{"id":83,"date":"2017-02-28T18:07:50","date_gmt":"2017-02-28T18:07:50","guid":{"rendered":"http:\/\/x5r.da2.myftpupload.com\/?p=83"},"modified":"2018-02-28T11:36:40","modified_gmt":"2018-02-28T11:36:40","slug":"die-european-portfolio-certificate-mappe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/x5r.da2.myftpupload.com\/?p=83&lang=de","title":{"rendered":"Die European Portfolio Certificate Mappe"},"content":{"rendered":"<p>Die European Portfolio Certificate (EPC)-Mappe\u00a0<strong><em><small>[1]\u00a0\u00a0<\/small><\/em><\/strong>dokumentiert formales, nicht-formales und informelles Lernen <em><strong><small>[2]<\/small><\/strong><\/em> bez\u00fcglich Kenntnissen, F\u00e4higkeiten, Einstellungen und Kompetenzen <em><strong><small>[3]<\/small><\/strong><\/em>.<\/p>\n<p>Sie besteht aus drei Teilen und umfasst:<\/p>\n<p><span style=\"color: #004a90;\">1 | Schulabgangszeugnisse der Schule oder anderer Einrichtungen (die im linken Innenfl\u00fcgel der Mappe eingesteckt werden).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #004a90;\">2 | Dokumente von Lernergebnissen, einschlie\u00dflich Portfolio-Dokumente und Portfolio-Zeugnisse und andere Zertifikate, nach Wahl des Sch\u00fclers (diese werden in der Mitte gesammelt).<\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #004a90;\">3 | Einen \u00dcberblick der p\u00e4dagogischen Prinzipien der Schule (eingesteckt im rechten Innenfl\u00fcgel der Mappe).<\/span><\/p>\n<p>Die EPC-Mappe wird als Zeugnis-Portfolio f\u00fcr Schulabg\u00e4nger ausgestellt, die mindestens ein bewertetes Portfolio oder ein Portfolio-Zertifikat fertig gestellt und die einen Abschluss auf dem EQF Level 2 oder h\u00f6her erworben haben. Verl\u00e4sst ein Sch\u00fcler die Schule ohne Abschluss, so kann er dennoch eine Mappe erhalten, wenn sie den EPC-Standards entspricht und der Sch\u00fcler mindestens 15 Jahre alt ist. <strong><em><small>[4] <\/small><\/em><\/strong>In diesem Fall wird empfohlen, dass die ausstellende Schule eine Ausbildungsempfehlung auf der Grundlage eines Kompetenz-Profils ausstellt.<\/p>\n<p>Portfolio-basiertes Assessment weist auf Kompetenzen hin, motiviert zum Lernen durch das Aufzeigen individueller St\u00e4rken und regt zu Selbstreflexion und Unternehmensgeist <em><strong><small>[5]<\/small><\/strong><\/em>, an, wodurch die individuelle Dimension des lebenslangen Lernens gest\u00e4rkt wird.<br \/>\n<span style=\"color: #00947f;\"><strong>Das European Portfolio Certificate Projekt<\/strong><\/span> m\u00f6chte durch das Anregen oder Intensivieren von Portfolioarbeit erneuernd auf das Bildungswesen wirken, indem allen Sch\u00fclern, die von einer Sekundarschule abgehen, erm\u00f6glicht wird, ihre Leistungen in einer Portfolio Mappe zu dokumentieren. Sch\u00fcler von Schulen, die am Europ\u00e4ischen Portfolio Zertifikat Projekt teilnehmen, werden somit ermutigt, beim Verfolgen von Lernzielen eigene Interessen zu entwickeln, indem der Sch\u00fcler ein vom Lehrer vorgegebenes Thema anpackt oder ein aus Eigeninitiative ausgew\u00e4hltes bearbeitet.<\/p>\n<p>Der Lehrer ist bestrebt die Sch\u00fcler durch einen Dialog bei ihrem Lernprozess zu unterst\u00fctzen, bei dem schon gebildetes und sich neu bildendes Wissen wechselwirkend befruchten. Die Arbeit mit dem European Portfolio Certificate kann dazu beitragen, das Interesse am Lernen auch im Rahmen des Lehrplans immer wieder neu zu wecken, indem ein st\u00e4rker individualisierter Lernansatz erm\u00f6glicht, das Interesse des Sch\u00fclers engagiert einzubeziehen.<\/p>\n<p>Das Erstellen eines Portfolios geht Hand in Hand mit Selbstreflexion und Evaluation. Ist das Portfolio einmal fertig erarbeitet, kann es in einem Portfoliozertifikat zusammengefasst werden, welches wichtige Aspekte der Entwicklung des Sch\u00fclers handlich dokumentiert. Das Zertifikat, zusammen mit der eigentlichen Portfolioarbeit, zeigt die F\u00e4higkeit des Lernenden zur\u00fcckzublicken, die Arbeit zu reflektieren und das eigene Lernen zu bewerten. Dar\u00fcber hinaus schafft die Pr\u00e4sentation von Portfolioarbeiten soziale Anerkennung innerhalb und au\u00dferhalb der Schulgemeinschaft und hilft dabei, pers\u00f6nliche F\u00e4higkeiten und Selbstbewusstsein auszubilden.<\/p>\n<p>Viele Sch\u00fcler werden die Europ\u00e4ische Portfolio Zertifikatmappe bei ihrem weiteren Ausbildungsgang in anderen Einrichtungen oder Arbeitsbereichen dazu nutzen, ihre Lernergebnisse zusammen zu stellen und zu pr\u00e4sentieren.<\/p>\n<p>F\u00fcr gesammelte Portfolios oder Portfoliozeugnisse bietet der mittlere, zentrale Teil der Mappe Raum. Der linke Innenfl\u00fcgel der Mappe ist f\u00fcr offizielle Zeugnisse vorgesehen, der rechte steht f\u00fcr eine \u00dcbersicht der Prinzipien der bisherigen Ausbildung zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p>Die EPC-Mappe kann potentiellen Arbeitgebern oder Bildungsst\u00e4tten vorgelegt werden, die daran interessiert sind, mehr zu erfahren \u00fcber die jeweiligen Kompetenzen, die der Sch\u00fcler bisher sichtbar gemacht hat.<\/p>\n<p>Portfolioarbeit ist eine praktische Methode um Motivation, Denkf\u00e4higkeiten und kreative Kr\u00e4fte von jungen Menschen freizusetzen. Das EPC-Projekt gr\u00fcndet auf dieser Einsicht. In den H\u00e4nden von ernsthaften P\u00e4dagogen kann dies ein Z\u00fcndfunke f\u00fcr das Leben des Sch\u00fclers werden und ein nicht zu l\u00f6schendes Feuer in der Seele des Sch\u00fclers entfachen \u2013 ein Feuer, das den Sch\u00fcler von innen st\u00e4rkt und dazu bef\u00e4higt, sich als positiv wirkende Individualit\u00e4t in einer immer komplexer werdenden Welt einzusetzen.<\/p>\n<p>Seien Sie Lehrer, Sch\u00fcler, Eltern oder Schulgesch\u00e4ftsf\u00fchrer: Wir m\u00f6chten Sie ermutigen, Ihre Schule anzuregen, sich diesem weltweiten Streben um p\u00e4dagogische Innovation anzuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><small>\u00a0<em><strong>[1]<\/strong> <\/em>\u201eEuropean Portfolio Certificate\u201c ist ein eingetragenes Markenzeichen. Organisationen, die die Mappe benutzen wollen, m\u00fcssen eine Lizenz der\u00a0<a href=\"http:\/\/x5r.da2.myftpupload.com\/?page_id=99&amp;lang=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">EPC Group<\/a>\u00a0erwerben.<\/small><\/p>\n<p><em><small><strong>[2]<\/strong>\u00a0<\/small><\/em><small>Formales Lernen: Lernen, das in einem organisierten und strukturierten Kontext (in einer Einrichtung der allgemeinen oder beruflichen Bildung oder am Arbeitsplatz) stattfindet, explizit als Lernen bezeichnet wird und (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernf\u00f6rderung) strukturiert ist. Formales Lernen ist aus Sicht des Lernenden zielgerichtet und f\u00fchrt im Allgemeinen zur Validierung und Zertifizierung.<\/small><\/p>\n<p><small>Nicht-formales Lernen: Bezeichnet Lernen, das in planvolle T\u00e4tigkeiten eingebettet ist, die nicht explizit als Lernen bezeichnet werden (in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernf\u00f6rderung). Nicht-formales Lernen ist aus Sicht des Lernenden beabsichtigt.<br \/>\nAnmerkungen:<\/small><\/p>\n<p><small>\u2022 Die Ergebnisse des nicht-formalen Lernens k\u00f6nnen validiert und zertifiziert werden.<br \/>\n\u2022 Nicht-formales Lernen wird auch als halb strukturiertes Lernen bezeichnet.<\/small><\/p>\n<p><small>Informelles Lernen: Lernen, das im Alltag, am Arbeitsplatz, im Familienkreis oder in der Freizeit stattfindet. Es ist in Bezug auf Lernziele, Lernzeit oder Lernf\u00f6rderung nicht organisiert oder strukturiert. Informelles Lernen ist in den meisten F\u00e4llen aus Sicht des Lernenden nicht ausdr\u00fccklich beabsichtigt.<\/small><\/p>\n<p><small>Anmerkung:<br \/>\n<\/small><small>\u2022 Die Ergebnisse des informellen Lernens f\u00fchren zwar normalerweise nicht zur Zertifizierung, k\u00f6nnen jedoch im Rahmen der Anerkennung zuvor erworbener Kenntnisse aus anderen Lernprogrammen validiert und zertifiziert werden.<br \/>\n<\/small><small>\u2022 Informelles Lernen wird auch als Erfahrungslernen bezeichnet.<\/small><\/p>\n<p><small>Die drei o.g. Definitionen stammen aus der CEDEFOP Ver\u00f6ffentlichung \u201eValidierung nicht-formalen und informellen Lernens in Europa. Momentaufnahme 2007\u201c, p 45f, zu beziehen bei <\/small><small><a href=\"http:\/\/www.cedefop.europa.eu\/de\/publications-and-resources\/publications\/4073\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">www.cedefop.europa.eu\/EN\/Files\/4073_de.pdf.<\/a><\/small><small><\/small><\/p>\n<p><em><small><strong>[3]<\/strong> <\/small><\/em><small>Als \u201aFertigkeiten\u2019 (skills) werden kognitive (logisches, intuitives und kreatives Denken umfassende) oder praktische (handwerkliches Geschick und den Gebrauch von Methoden, Materialien, Werkzeugen und Instrumenten umfassende) F\u00e4higkeiten bezeichnet. \u2018Kompetenz\u2019 hei\u00dft die nachgewiesene F\u00e4higkeit, Kenntnisse, Fertigkeiten und pers\u00f6nliches, soziales und\/oder methodisches K\u00f6nnen anzuwenden. Kompetenz ist auf der Grundlage von Verantwortlichkeit und Autonomie zu beschreiben (vgl. Annex zu \u201cRecommendation of the European Parliament and of the Council of 23 April 2008 on the establishment of the European Qualifications Framework for lifelong learning\u201d,<\/small><small><a href=\"http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2008:111:0001:0007:DE:PDF\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00a0http:\/\/eur-lex.europa.eu\/LexUriServ\/LexUriServ.do?uri=OJ:C:2008:111:0001:0007:DE:PDF<\/a>).<\/small><\/p>\n<p><em><small><strong>[4]<\/strong> <\/small><\/em><small>\u201eEQF\u201c bedeutet \u201eEuropean Qualification Framework\u201c (auf Deutsch \u201eEurop\u00e4ischer Qualifikationsrahmen\u201c oder EQR). Der EQF\/EQR wurde vom Europ\u00e4ischen Parlament und Rat am 23. April 2008 \u00fcbernommen. Der EQR ermutigt L\u00e4nder, ihre Qualifikationssysteme oder -rahmen bis 2010 auf den EQR zu beziehen und zu gew\u00e4hrleisten, dass sich alle neuen Qualifikationen, die ab 2012 erteilt werden, auf das geeignete EQR-Niveau beziehen.<\/small><\/p>\n<p><small>Das Kernst\u00fcck des EQR sind acht Bezugsrahmen, die beschreiben, was ein Lernender wei\u00df, versteht und in der Lage ist zu tun &#8211; die \u201eLernergebnisse\u201c. Die Niveaus der nationalen Qualifikationen werden auf einem der zentralen Referenzniveaus, vom Grundniveau (Niveau 1) bis zum fortgeschrittenem Niveau (Niveau 8), aufbauen. Der Vergleich zwischen nationalen Qualifikationen wird dadurch wesentlich einfacher. Dies soll verhindern helfen, dass Lernende den gleichen Lerninhalt wiederholt lernen m\u00fcssen, wenn sie in ein anderes Land umziehen.<\/small><\/p>\n<p><small>Der EQR gilt f\u00fcr alle Arten von allgemeiner und beruflicher Bildungen und Qualifikationen, von der schulischen \u00fcber die akademische bis zur beruflichen Bildung. Das System verlagert den Akzent von der traditionellen Vorgehensweise, die Rahmenbedingungen wie Lerndauer oder Art der Einrichtung in den Mittelpunkt stellt. Zudem ermutigt es zu lebenslangem Lernen, indem es die Validierung von nicht formalem und informellen Lernen f\u00f6rdert.\u00a0<\/small><small><\/small><\/p>\n<p><em><small><strong>[5]<\/strong> <\/small><\/em><small>\u201eUnternehmungsgeist hat eine aktive und eine passive Komponente: er umfasst einerseits die Neigung, Ver\u00e4nderungen selbst herbeizuf\u00fchren, und andererseits die F\u00e4higkeit, Neuerungen, die von au\u00dfen kommen, zu begr\u00fc\u00dfen, zu unterst\u00fctzen und sich ihnen anzupassen. Unternehmungsgeist umfasst die \u00dcbernahme von Verantwortung f\u00fcr die eigenen Taten, positive und negative, das Entwickeln strategischer Visionen, das Setzen und Erreichen von Zielen, und die Motivation, erfolgreich zu sein.\u201c (Aus \u201eKey Competences for Lifelong Learning. A European Reference Framework\u201d, November 2004)<\/small><small><\/small><\/p>\n<p align=\"center\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die European Portfolio Certificate (EPC)-Mappe\u00a0[1]\u00a0\u00a0dokumentiert formales, nicht-formales und informelles Lernen [2] bez\u00fcglich Kenntnissen, F\u00e4higkeiten, Einstellungen und Kompetenzen [3]. 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